Monthly Archives: July 2011

Reflections on Thailand

An update. We’ve been in Laos for over a week, but with only spotty internet, and there wasn’t too much to write at the time about Thailand.

Thailand, at least so far, seems to be grossly overrated. It’s no wonder that a lot of backpackers now seem to be spending less time there now than in its tourism heyday of the ’90s. Bangkok is like all other megacities, huge, hot, polluted, smelly, and loud. Bangkok’s primary appeal for most people seem to be the same things that always drove people to it, all-night partying in its clubs, and a massive sex tourism industry. Not exactly something for us.

But even escaping to the countryside in Thailand doesn’t necessarily bring any respite from the cities. Even many smaller towns have a frantic chaos and an urban griminess that I suspect characterizes much of Asia. And, of course, they smell.

Chaing Mai, the immensely popular northern town is hugely overrated in my opinion. As usual, the town itself offers very little in the way of diversions, and trips outside of it have nothing that can’t be found in at least a half dozen other cities in Southeast Asia.

Thai people are mostly friendly. They love their king, and they seem proud of their heritage. They are also an incredibly sanctimonious bunch. Visiting a teak wood palace in Bangkok our guide boastfully informed us that teak is now protected and no longer logged in Thailand. They don’t use less teak, of course, it’s just imported from Burma, she explained without the slightest awareness of the hypocrisy.

Stepped rice paddies.

Abgesetzte Reisfelder.

Stupas (the pointy things) in a Buddhist “wat.”

Stupas (die spitzen Dinger) in einem buddhistischen “Wat”.

Colored tile roofs in the wat.

Bunte Ziegeldächer in einem Wat.

Yes of course. Those Malaysians must have come all the way to Bangkok just to pick a few pockets.

Ja klar. Diese Malaysier sind den ganzen Weg nach Bangkok gekommen, um ein paar Leute auszurauben.

A huge Buddha.

Ein riesiger Buddha.

Eva, for scale.

Eva als Maßstab.

Riding an elephant is less comfortable than you think.

Ein Ritt auf einem Elefanten ist nicht so bequem, wie man denkt.

Ein Update. Wir sind seit einer Woche in Laos, aber nur mit gelegentlichem Internetzugang, und es gab zu dem Zeitpunkt nicht so viel über Thailand zu sagen.

Thailand scheint soweit ziemlich überbewertet zu sein. Es ist kein Wunder, dass anscheinend viele Backpacker jetzt weniger Zeit dort verbringen als in der Touristen-Blütezeit in den Neunzigern. Bangkok ist wie alle anderen Megastädte, riesig, heiß, verschmutzt, stinkig und laut. Der Hauptanreiz in Bangkok scheint das Gleiche zu sein, was Leute schon immer dortin gezogen hat, die ganze Nacht in den Clubs feiern und massiver Sextourismus. Nicht gerade was für uns.

Selbst wenn man in Thailand aufs Land flüchtet, hat man keine Ruhe vor den Städten. Selbst in kleineren Orten herrscht wildes Chaos und eine städtische Verbissenheit, von der ich annehme, dass sie typisch für Asien ist. Und die Städte stinken natürlich.

Chiang Mai, eine ungemein beliebte Stadt im Norden ist meiner Meinung nach extrem überbewertet. Wie so oft bietet die Stadt selbst sehr wenig Ablenkung und Ausflüge außerhalb der Stadt haben nichts, was man nicht auch in mindestens einem halben Dutzend anderer Städte in Südostasien finden kann.

Die Thailänder sind überwiegend freundlich. Sie lieben ihren König und scheinen stolz auf ihr kulturelles Erbe zu sein. Sie sind auch ein unglaublich scheinheiliges Volk. Als wir einen Teakholzpalast in Bangkok besichtigten, informierte uns unsere Reiseführerin prahlerisch, dass Teakbäume geschützt seien und nicht mehr in Thailand abgeholzt werden. Man benutze natürlich nicht weniger Teakholz, es werde einfach aus Burma importiert, erklärte sie uns, ohne sich auch nur in kleinster Weise ihrer Scheinheiligkeit bewusst zu sein.

The First Rule of Travel in Asia

pertains to the purchasing and consumption of street food. Anyone traveling to the region would be wise to remember it. Thailand, and I presume other parts of Southeast Asia has endless pushcart vendors selling all manner of foods. In fact this is where most Thais get the meals that they do not cook themselves, leaving the more traditional restaurants for the farang (gringos).

Some of these pushcarts, however, more closely resemble a mad scientist’s laboratory (and a dirty one at that) than a kitchen, and the food that comes out of them can be pretty sketchy. So the new rule is as follows: If you cannot visually identify what it is the woman is cooking from a good safe distance do not partake. Move on.

Meat grilling over coals. Non-offensive looking. Okay to eat.

Gegrilltes Fleisch auf Kohle. Sieht nicht anstößig aus. Kann man essen.

What the…??? Wie bitte…???

Oh dear…, um Himmels Willen…

Die erste Regel bei Reisen in Asien gehört zum Thema Essen auf der Straße kaufen und konsumieren. Jeder, der in die Region fährt, sollte klug genug sein, sich daran zu erinnern. Thailand und ich nehme an auch andere Teile in Südostasien haben unzählige Schiebekarren, mit denen alle Arten von Essen verkauft werden. In der Tat ist das dort, wo die meisten Thailänder ihr Essen kaufen, das sie nicht selbst kochen und überlassen damit die eher traditionellen Restaurants den Farang (Gringos).

Einige dieser Schiebekarren ähneln jedoch eher dem Labor eines durchgedrehten Wissenschaftlers (und ein dreckiger dazu) als einer Küche und das Essen, das dort entsteht, kann sehr fraglich sein. Die neue Regel lautet also: Wenn man aus einer guten, sicheren Entfernung nicht visuell identifizieren kann, was die Frau da kocht, nicht mitmachen. Weitergehen.


Istanbul is easily one of the world’s great cities. Turkish food is fantastic after the blandness of Eastern European grub. It has as much history as Rome, if not more, as the excellent Istanbul Archaeological Museum can attest. Hagia Sofia, the former Christian church and Islamic mosque, and now museum is one of the world’s greatest structures. And it has to have the greatest sunset in the world, as the sky turns a firey red (mainly on account of the pollution) and the black silhouettes of the minarets appear to pierce the sky. The pictures of Istanbul speak for themselves.

Of course, being a major tourist destination also means that Istanbul has no shortage of ripoffs and overcharging. Some of the city’s merchants seem to think that all visitors must be Saudi Sheiks.

“How much for the eggplant?” we asked one day pointing to a rather small but tasty looking morsel.

“Eggplant, one piece, fourteen Lira ($8).”

*Gasp* “Umm… I think we’ll look somewhere else.”

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Istanbul gehört locker zu den besten Städten der Welt. Türkisches Essen ist fantastisch nach dem faden Fraß in Osteuropa. Es hat genau so viel Geschichte wie Rom, wenn nicht noch mehr, wie das ausgezeichnete Archäologische Museum Istanbul beweist. Hagia Sofia, die ehemalige christliche Kirche und islamistische Moschee und das jetzige Museum, ist eins der größten Gebäude der Welt. Und Istanbul muss auch den besten Sonnenuntergang der Welt haben, wenn der Himmel einen feuriges Rot wird (hauptsächlich wegen der Luftverschmutzung) und die schwarzen Umrisse der Minarette den Himmel durchbohren. Die Bilder von Istanbul sprechen für sich.

Da Istanbul ein beliebter Touristenort ist, heißt das auch, dass sie auch kein Mangel an Abzockerei und hohen Preisen hat. Manche Verkäufer in der Stadt scheinen zu glauben, dass alle Besucher Scheiche von Saudi Arabien sind.

“Wie viel für die Aubergine?” fragten wir, als wir auf ein ziemlich kleines, aber lecker aussehendes Stückchen deuteten.

“Aubergine, ein Stück, vierzehn Lira (8 $)”

“Oh Gott…. wir gucken woanders.”

Doing Water On The Cheap In Bangkok

One of the things we take for granted at home is our clean tap water. When you travel to poorer countries, you quickly notice that paying for water each day can add up quite fast. One strategy is to buy your water in bulk, and compare prices whenever possible. This usually works when you stay in a place for longer.

However, locals need to be able to afford clean water as well, don’t they? In Thailand you can buy water at a store, starting at around $0.5 for 1.5 liters. While this is definitely not a bad deal (we’ve been to places where water was much more expensive), you can go much cheaper if you find one of those awesome water dispensers, which seem to be only around in residential areas here.

For the equivalent of 3 cents, you can fill your water bottle there. Simply throw in one baht, put your bottle under the tap and push the button. No reason to overpay for water. Your money can be wisely invested in beer instead. I love it!

Eins der Dinge, die für uns zu Hause selbstverständlich sind, ist sauberes Leitungswasser. Wenn man in ärmere Länder reist, dann merkt man schnell, dass einiges an Geld weggeht, wenn man für Wasser bezahlen muss. Unsere Strategie ist, Wasser in großen Mengen zu kaufen und Preise zu vergleichen, wenn das geht. Das funktioniert meistens, wenn man länger an einem Ort bleibt.

Aber es ist doch so, dass die Einheimischen sich auch irgendwie sauberes Wasser leisten können müssen, oder? In Thailand kann man Wasser im Laden kaufen, das fängt bei 0,46 Cent für 1,5 Liter an. Das ist nicht wirklich teuer (wir waren an Orten, wo das Wasser viel mehr gekostet hat), aber man kann es noch billiger haben, wenn man einen dieser geilen Wasserdispenser findet, die es hier anscheinend nur in Wohngebieten gibt.

Für umgerechnet 2 Cent kann man hier seine Wasserflasche auffüllen. Einfach einen Baht einwerfen, die Flasche unter den Hahn stellen und auf den Knopf drücken. Kein Grund, zuviel für Wasser zu bezahlen. Das Geld kann man fuchsig in Bier investieren. Genial!

Traveling On One-Way Tickets

In Istanbul, I heard a silly song at a café, and it’s been stuck in my head ever since. It nicely fits in with this post, which has been on my mind for a while. Since we started our trip last year in November, we’ve been to 18 different countries (excluding Germany and the States), and crossed a lot of borders. With the exception of Costa Rica’s Sixaola land border crossing, we’ve never had any issues at immigration.

When you leave a country, it’s always the airlines who try to make you panic about your one-way ticket. It started with our first flight from Boston to Buenos Aires. At Logan, the check-in lady made a stink about our plans, and didn’t want us to board the plane. We had previously called United and were told there would be no problem, which is what we told her, and she reluctantly let us through after a few more arguments. In Argentina itself, they had no problem with our plans, and happily accepted the $150 fee for American citizens to enter the country.

The second example was at Quito Airport when we we were headed for Panama City. We had to explain ourselves numerous times that we would leave the country by bus. At customs in Panama, nobody cared and they let us in with a smile. Next story, Istanbul, our flight to Bangkok. Same thing, check-in lady makes a fuss, sends out to a travel agent. Travel agent understands nothing and we go back to a different person, who just checks us in, and doesn’t even inquire about our return flight. At immigration in Bangkok, we just get an entry stamp and that’s it.

OK, I get it. I read online that certain airline policies require them to fly passengers back if they’re denied entry. But they would still charge you for that flight, wouldn’t they? So what’s their problem? We all know that some countries have really strict rules for one-way tickets (like Australia or the United States), but so many backpackers fly to Thailand and then hop-on to Laos, Vietnam, and Cambodia, the way we plan to. And no, we have no intention of staying forever.

So our recommended strategy is to (1) call the airline beforehand to make sure you can travel to your destination without a return flight, (2) tell them you’re leaving the country by bus (you can even get a super cheap bus ticket online, and show them if you want to be über-prepared), or (3) try another person at the check-in counter, that seems to work as well. Got a one-way ticket to the blues? 🙂

In Istanbul habe ich ein albernes Lied in einem Café gehört und seitdem ist das ein Ohrwurm. Es passt zu diesem Eintrag, den ich schon eine Weile lang schreiben wollte. Seit wir letztes Jahr im November unsere Reise begonnen haben, waren wir in 18 verschiedenen Ländern (Deutschland und USA nicht mitgezählt) und haben einige Grenzen überschritten. Mit der Ausnahme des Überland-Grenzübergangs Sixaola in Costa Rica hatten wir nie Probleme bei der Einreise.

Wenn man aus einem Land ausreist, dann sind das immer die Fluggesellschaften, die einen in Panik versetzen, wenn man kleinen Rückflug gebucht hat. Das fing bei unserem ersten Flug von Boston nach Buenos Aires an. Am Logan-Flughafen machte die Frau am Check-in ein Theater und wollte uns nicht ins Flugzeug lassen. Wir hatten vorher bei United angerufen und uns wurde gesagt, dass es kein Problem sei, was wir ihr sagten und nach ein paar weiteren Diskussionen ließ sie uns endlich durch. In Argentinien selbst gab es keine Probleme mit unseren Plänen und die Gebühr von 150 $, die Amerikaner bei der Einreise zahlen müssen, wurde gerne genommen.

Das zweite Beispiel war am Flughafen in Quito, als wir nach Panama-Stadt fliegen wollten. Wir mussten mehrmals erklären, dass wir das Land mit dem Bus verlassen würden. Bei der Einreise in Panama interessierte das keinen und wir wurden mit einem Lächeln reingelassen. Nächste Geschichte, Istanbul, unser Flug nach Bangkok. Genau das Gleiche, die Frau am Check-in macht einen Aufstand, schickt uns zu einem Reisebüro. Die verstehen dort nix und wir gehen zurück zu einer anderen Person, die uns einfach eincheckt und sogar gar nicht nach unserem Rückflug fragt. Bei der Einreise in Bangkok kriegen wir einfach unseren Stempel und das war’s.

OK, ich versteh ja schon. Ich habe im Internet gelesen, dass es für bestimmte Fluggesellschaften Richtlinien gibt, die festlegen, dass Passagiere wieder zurückgeflogen werden müssen, wenn man ihnen die Einreise nicht gewährt. Aber dann müsste man doch den Flug sowieso bezahlen, oder? Wo liegt also das Problem? Wir alle wissen, dass manche Länder besonders strenge Regeln für die Einreise ohne Rückflugticket haben (z.B. Australien und die USA), aber es gibt so viele Backpacker, die nach Thailand fliegen und dann weiter nach Laos, Vietnam und Kambodscha fahren, so wie wir das vorhaben. Und nein, wir wollen nicht für immer bleiben.

Wir empfehlen also, strategisch vorzugehen: (1) Fluggesellschaft vorher anrufen und sich erkundigen, ob man für sein Reiseziel ein Rückflugticket braucht, (2) sagen, dass man das Land mit dem Bus wieder verlässt (man kann sich zur Sicherheit auch ein billiges Busticket online besorgen, wenn man ganz besonders gut vorbereitet sein will) oder (3) es bei einer anderen Person am Check-in versuchen, das scheint auch zu funktionieren. Got a one-way ticket to the blues? 🙂

Arrived in Bangkok

Bangkok is fucking HOT! Bostonians can sympathize. Just imagine the hottest day of the year, 95 degrees with 80% humidity. You’re sitting, splayed out on the couch like a dead salamander, immobile for hours, and you’re STILL FUCKING SWEATING! And it’s like this every day.

By the way, what is wrong with the Frenchies? Do they seriously not realize that nobody speaks their language anymore. Here is Bangkok people have addressed us in French, as if it were self-evident that we would understand. Our friends report being greeted with a “bonjour” while on a hike in Argentina. Weirdos.


Bangkok ist SAUHEISS! Leute aus Boston wissen, was ich meine. Stellt euch einfach den heißesten Tag des Jahres vor, 35 Grad mit 80% Luftfeuchtigkeit. Man sitzt einfach nur da, breitet sich auf der Couch wie ein toter Salamander aus, stundenlang unbeweglich und man SCHWITZT IMMER NOCH WIE SAU! Und so ist es jeden Tag.

Übrigens, was geht denn mit den Franzosen? Ist ihnen nicht klar, dass niemand mehr ihre Sprache spricht? Hier in Bangkok haben uns Leute auf Französisch angesprochen, als ob es selbstverständlich wäre, dass wir sie verstehen würden. Freunde von uns haben uns auch berichtet, dass sie mit einem “Bonjour” auf einer Wanderung in Argentinien begrüßt wurden. Komische Leut…


A belated post on Bulgaria. I’ve seldom seen a place where the gap in attitudes between young and old is as big as in Bulgaria. Bulgaria is now in an EU member, paving the way for loads of EU money to flow into the country along with the inevitable opening of borders that will allow skilled Bulgarians to leave for better opportunities elsewhere. As a result, young Bulgarians are friendly, optimistic, and hospitable, probably because they know they will be leaving soon. Older Bulgarians for the most part seem despondent, defeated, and often hostile. They are a people whose past has ruined their future, and it shows even in their appearance. Nearly all men over 40 are going bald, and not in any kind of graceful way. They are fat, unkempt, badly dressed, and, to put it gently, ugly.

I guess it’s what you might expect for a people whose country, worldview, language, and even alphabet were made irrelevant in one short year in 1989. These people who thought learning Russian would help them out in life are now confronted with vastly wealthier young tourists from the West demanding that they speak English. Hell, they even shake their head the “wrong” way (up and down for “no,” side to side for “yes”). They are a people totally left behind by the outside world. As usual, these are also the people who staff the train stations, post offices, and tourist bureaus. Our simple inquiries are usually met with a shrug and a stupid stare.

It’s not surprising then that in the past 20 or so years Bulgaria has lost as shocking 20% of its population, mainly due to low birth rates (nobody has babies when they don’t believe they have a future) and high emigration of the young and skilled. It’s a country that is slowly dying.

Some people are doing quite well in Bulgaria though. One of the most common and heartbreaking sights of our Eastern Europe trip has been the $100,000 car parked next to a person rooting through a trash bin looking for scraps of food. I suspect that, as in Russia, these well-off people were former party operatives who helped themselves to the state enterprises when they were privatized. They clearly don’t feel any need to help out their fellow citizens. No wonder the young people want to leave.

A train station in central Bulgaria, clearly built to handle a huge number of passengers, is now deserted. Ein Bahnhof mitten in Bulgarien, ganz klar für ganz viele Passagiere gebaut, ist jetzt verlassen.

Ein verspäteter Eintrag zu Bulgarien. Ich habe selten einen solchen Ort gesehen, an dem die Schere beim Thema Einstellungen zwischen jung und alt so auseinandergeht wie in Bulgarien. Bulgarien ist jetzt EU-Mitglied und ebnet den Weg für viele EU-Gelder, die ins Land fließen, zusammen mit der unumgänglichen Öffnung der Grenzen, die es ausgebildeten Bulgaren ermöglicht, das Land für bessere Möglichkeiten woanders zu verlassen. Demzufolge sind die jungen Bulgaren freundlich, optimistisch und gastfreundlich, wahrscheinlich deshalb, weil sie wissen, dass sie bald weggehen. Die älteren Bulgaren scheinen meist bedrückt, niedergeschlagen und oft feindselig. Sie sind ein Volk, dessen Vergangenheit ihre Zukunft ruiniert hat und das zeigt sich sogar in ihrer Erscheinung. Fast alle Männer über 40 bekommen eine Glatze und das noch nicht mal würdevoll. Sie sind fett, ungekämmt, schlecht angezogen und, um es sanft auszudrücken, hässlich.

Ich nehme an, dass man das für ein Volk, dessen Land, Weltanschauung, Sprache und sogar Alphabet in nur einem kurzen Jahr 1989 irrelevant wurde, erwarten kann. Diese Leute, die dachten, dass Russisch zu lernen ihnen im Leben helfen würde, werden jetzt mit erheblich reicheren, jüngeren Touristen aus dem Westen konfrontiert, die von ihnen verlangen, dass sie Englisch können. Meine Güte, sie schütteln sogar den Kopf “falsch herum” (hoch und runter für “nein”, hin und her für “ja”). Sie sind ein Volk, das vom Rest der Welt einfach zurückgelassen wurde. Wie so oft sind das auch die Leute, die am Bahnhof, bei der Post oder der Touristeninformation arbeiten. Die einfachsten Fragen von uns wurden oft mit einem Schulterzucken und einem dummen Starren beantwortet.

Es überrascht auch nicht, dass in den letzten 20 Jahren oder so Bulgarien schockierende 20% seiner Bevölkerung verloren hat, hauptsächlich aufgrund niedriger Geburtenzahlen (niemand bekommt Kinder, wenn man nicht an deren Zukunft glaubt) und hoher Auswanderung junger und ausgebildeter Bulgaren. Es ist ein Land, das langsam ausstirbt.

Manchen Leute geht es allerdings sehr gut in Bulgarien. Eins der häufigsten und herzzereißendsten Dinge, die wir auf unserer Reise durch Osteuropa gesehen haben, ist das 100.000 $ Auto, das direkt neben einer Person geparkt ist, die den Müll auf der Suche nach Essensresten durchwühlt. Ich vermute, dass wie in Russland diese betuchten Leute ehemalige Parteifunktionäre waren, die sich an den Staatsfirmen bedient haben, als sie privatisiert wurden. Sie haben es ganz klar nicht nötig, ihren Mitbürgern zu helfen. Kein Wunder, dass die jungen Leute weg wollen.